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Das Angebot des Internets zu Themen der europäischen Integration erweitert und verändert sich kontinuierlich. Die Beurteilung der Qualität entsprechender Informationen wird damit nicht einfacher. Entscheidendes Kriterium für die Aufnahme einer Web-Seite in vorliegenden Weise ist – insbesondere mit Blick auf Inhalte und Benutzerführung – die Qualität, der freie Zugang sowie die Aktualität des Angebots. Bei mehrsprachigen Webseiten wird entweder auf das Eingangsportal oder auf das deutschsprachige Angebot, in allen anderen Fällen auf die englische Version verwiesen.

Das Portal europa.eu wurde zwischenzeitlich wiederholt modernisiert, allerdings ohne wirkliche Fortschritte bei Struktur und Design. RSS-Feeds werden weiterhin nicht systematisch angeboten. Zusätzlich zu den institutionellen Internetpräsentationen wird der digitale Zugriff auf Printmedien verbessert. Das kommerzielle Projekt „Google-Buchsuche“ wächst trotz europäischer Bedenken außerordentlich. Die Auseinandersetzungen zu Urheberrechtsfragen im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Printprodukten bleiben hiervon unberührt. Die EU versucht seit 2005 mit dem Portal „Europeana“ ein Gegengewicht zu Google aufzubauen. Der inhaltliche Beitrag Deutschlands  ist in diesem Projekt noch äußerst gering. Während Frankreich ca. 51% der Inhalte stellt, beläuft sich der Anteil der Bundesrepublik auf gerade einmal 1%. Insgesamt ist Europeana jedoch höchstens eine Ergänzung und keine Alternative der EU zu Google.

Interaktive Möglichkeiten des „web2.0“ nehmen auch in der Europapolitik zu. Neben Blogs, oftmals nicht mehr als eine Selbstdarstellung der Europapolitiker, kommen vermehrt Videostreams zum Einsatz (vgl. „EUTube“ der Kommission).
Grenzen zeigen sich – wie im nationalen Bereich auch – in der zaghaften Akzeptanz der politischen Angebote. Ein Versuch des Europäischen Parlaments, ein web2.0-Internetportal für Abgeordnete aller staatlichen Ebenen in der EU aufzubauen (Myparl.eu), scheiterte 2008 sowohl an institutionellen Reibungen zwischen der Kommission und dem Parlament, als auch an dem offensichtlichen Misstrauen gegenüber den Möglichkeiten sozialer Netzwerke in der Politik. Twitter-Kanäle werden vorwiegend noch von Europaabgeordneten bedient. Über ein Drittel der Deutschen Abgeordneten twittert bereits. [http://twitter.com/EuropaUnion_EP/following]

Die deutschsprachigen Seiten  zur Europäischen Union der Enzyklopädie Wikipedia werden derzeit neu strukturiert und zeichnen sich gerade in Bezug auf die Darstellung des Vertrages von Lissabon und den begleitenden Diskussionen mit einer erstaunlichen Aktualität aus [http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Europäische_Union]. Das Schlagwort „Vertrag von Lissabon“ verweist in den einschlägigen Suchmaschinen zuerst auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel. Daher kann man von einer großen Zahl von Lesern, unter anderem zahlreiche Multiplikatoren, ausgehen.

 

Bernd Hüttemann (Berlin) / Ingo Linsenmann (Florenz)

Unter Mitarbeit von Lisinka Bark


Eine Printversion dieser Zusammenstellung erscheint im Jahrbuch der Europäischen Integration 2009, hrsg. v. Werner Weidenfeld und Wolfgang Wessels (Nomos).

Herausgeberin: Mitgliedsorganisation Institut für Europäische Politik

Stand der Linksammlung: November 2009.

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